Erinnerungen eines Vaters

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Bild: masterstudio / pixabay / CC BY-SA 2.0

In diesem Monat ist es wieder soweit: In den ersten Bundesländern beginnen die Sommerferien. Zwangsläufig, auch wenn es bei mir selber schon lange her ist, verbinde ich mit den längsten Ferien des Jahres grundsätzlich die Schule. Meine Tochter Olivia feiert in zwei Monaten ihren zweiten Geburtstag. Bis zur ihrer Einschulung hat sie also noch ein wenig Zeit und wenn ich von anderen befreundeten Vätern höre, wie es bei Elternsprechtagen oder Klassenpflegschaftssitzungen mitunter zugehen kann, bin ich auch ganz froh über diesen Umstand.

Bis wann reichen eigentlich Erinnerungen?

Meine kleine Maus macht gerade einen Entwicklungsschub nach dem anderen. Nahezu jeden Tag lernt sie neue Wörter, genauso besser wird ihre Motorik oder die Entwicklung ihrer sozialen Intelligenz. Getreu dem Zitat: „Die Natur ist für Kinder der größte Spielplatz“, versuche ich jeden Tag mit ihr unsere heimische Flora & Fauna zu erkunden. Mit allen Sinnen zu erfahren, warum Pusteblumen Pusteblumen heißen oder wie majestätisch Pferde auf dem benachbarten Bauernhof sein können, macht ihr unfassbar viel Spaß. In genau diesen Momenten frage ich mich, ob sich meine Tochter, wenn sie schon wesentlich älter ist, später wohl noch erinnern kann? Wieviel Spaß wir als Vater-Tochter-Gespann hatten und die schon fast magischen Momente, als sie das erste Mal auf einem Pferd saß oder sich mit Papa im trockenen Laub gewälzt hatte. Kann sie sich später wohl noch daran erinnern?

In jeder Generation dieselben Fragen

Wer hätte meine Fragen besser beantworten können als meine Eltern. Also fragte ich sie direkt: „Mama, Papa, hattet ihr damals dieselben Fragen? Habt ihr euch vor über 30 Jahren auch gefragt, ob euer Sohn sich später an die gemeinsamen, schönen Momente zurückerinnern würde?“ Meinen Eltern huschte ein Lächeln über das Gesicht. Anscheinend plagen alle Väter und Mütter dieselben Fragen. „Woran kannst oder schaffst du dich denn zu erinnern?“, fragte mich mein Vater. Eine gute Frage. Ich konnte mich auf jeden Fall an die Zeit im Kindergarten erinnern. Ebenso an die vielen Spaziergänge Hand in Hand mit meiner Mutter im Wald oder an Momente, wo ich besonders glücklich zu sein schien, wie im Urlaub. Woran ich mich aber wirklich sehr gut erinnern kann, war meine Zeit in der Grundschule.

Endlich Schulbücher und Hausaufgaben

Tatsächlich hatte ich mich sehr auf meine Einschulung gefreut. Ich wollte tatsächlich lieber die Schulbank drücken, als im Sandkasten zu spielen. Nicht nur von meinen Eltern und Familienmitgliedern, sondern auch von meiner Grundschullehrerin, habe ich anlässlich meiner Einschulung etwas geschenkt bekommen. Von der Family gab es natürlich die obligatorische Schultüte mit vielen Süßigkeiten und Fußball-Panini-Bilder, nach denen ich damals so verrückt war, von Frau Bernhardt allerdings, wie meine tolle Grundschullehrerin hieß, einen Regenbogen Buntstift mit fünf Farben. Den fand ich damals so toll, dass ich ihn sogar so gut wie gar nicht benutzte, um so lange wie möglich den Stift nutzen zu können. Mittlerweile sind fast 30 Jahre vergangen und ich habe diesen tollen Stift immer noch. Wahrscheinlich werde ich diesen anlässlich der Einschulung meiner kleinen Maus, ihr dann schenken. Wer weiß, vielleicht wird sie sich drei Jahrzehnte später genau an diesen Moment noch erinnern können…

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