Fetaldoppler – Herzschlag des ungeborenen Kindes hören

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Gerade als werdender Vater erlebt man häufig, dass die Partnerin sich Sorgen macht, ob es dem kleinen Würmchen im Bauch auch wirklich gut geht. Vor allem, wenn die Frau noch keine Tritte oder ähnliches spüren kann, stellt sie gerne die Fragen: Ist es noch da? Geht es dem kleinen Engel gut? Und häufig kommt der Satz: „Ich wünschte, ich könnte das Kleine schon spüren!“. Und so wird immer auf den Termin beim Gynäkologen und den Ultraschall hingefiebert, bei dem man das Kleine sehen und hören kann.

Ein tolles Geschenk – der Fetaldoppler

So ging es auch mir und meiner Frau. Die Termine zum nächsten Ultraschall zogen sich. Doch dann erreichte uns kurz vor Ende des dritten Monats ein Paket von guten Freunden. Neben süßen Babykleidern, kleinen Schühchen und einem sehr herzlichen Brief, lag auch ein kleines Gerät im Karton. Der sogenannte „AngelSounds“, den das befreundete Paar während der Schwangerschaft benutzt hatte und den sie uns nun vermachten. Um ehrlich zu sein, konnte ich damit zunächst gar nichts anfangen. AngelSounds? Fetaldoppler? Was zum Teufel sollte das sein?

Aber meine schwangere, bessere Hälfte kannte das Gerät natürlich. Sie liest so unglaublich viele Bücher über Schwangerschaft und Babys und – als wäre das noch nicht genug – surft sie zu dem Thema auch täglich im Netz und ist demnach wesentlich besser informiert als der werdende Vater. Sie erklärte mir, dass dieses kleine Ding ein Ultraschallgerät für zu Hause ist, mit dem sich die Herztöne des Babys im Bauch hören lassen. Sie betonte aber gleich, dass dies ein Spielzeug und kein medizinisches Gerät sei. Man dürfe sich also keinesfalls verrückt machen, wenn man mal keinen Herzschlag hört, das habe sie immer wieder gelesen.

AngelSounds im Test

Wir packten das Gerät also aus und wollten es gleich ausprobieren. Ich schnappte mir meine Kopfhörer (die mitgelieferten Kopfhörer gehen auch, ich nutze aber lieber meine In-Ears) und dann ging es los. Meine Frau schmierte vorsichtig Ultraschallgel auf ihren Bauch und auf die Sonde des Fetaldopplers. Da sie erst in wenigen Tagen im vierten Monat sein würde und es daher sowieso noch unsicher war, ob wir überhaupt etwas hören würden, setzte sie den AngelSounds sehr weit unten an, direkt über ihrem Schambein. Und dann fuhr sie hin- und her und suchte den Herzschlag. Uns war bewusst, dass es noch sehr früh war, um den AngelSounds auszuprobieren. Ab der 12. Schwangerschaftswoche sollten die Herztöne gut zu hören sein, manche Eltern hören die Herzschläge hingegen erst in der 14. Schwangerschaftswoche. Aber wir wollten es versuchen.

Zunächst einmal flogen uns die Ohren weg. Denn wir hatten den Fetaldoppler viel zu laut eingestellt und jedes neue Ansetzen erzeugte laute, knallende Geräusche. Wir schalteten den AngelSounds also stets auf sehr leise und erst an der richtigen Stelle erhöhten wir die Lautstärke. Meine Frau fuhr einige Minuten mit dem Gerät über ihren Bauch. Wir konnten ihr eigenes Herz schlagen hören (viel langsamer als das Herz des Babys). Besonders lustig fand ich es, ihr Bauchgluckern zu hören. Das war richtig laut, unfassbar! Und als wir schon aufgeben wollten, hörten wir plötzlich das so vertraute Geräusch von den Ultraschall-Untersuchungen. Das Herz unseres Kindes! Wow, das war schon wirklich emotional. Und meine Frau hatte sofort Tränen des Glücks in den Augen…

Mit dem AngelSounds Herztöne aufnehmen

Tatsächlich ist es möglich, mit dem AngelSounds den Herzschlag aufzunehmen. Im Karton befindet sich ein Kabel, das sich mit einem Laptop verbinden lässt. Einfach in die Mikrofon-Buchse des Rechners stecken. Dann einen Audio-Rekorder öffnen und schon lässt sich der Herzschlag aufzeichnen.

Sind Fetaldoppler gefährlich?

Ein Fetaldoppler ist für Mutter und Kind gesundheitlich unbedenklich. Es gibt keinerlei Erkenntnisse, die einen ultraschallbedingten, medizinischen Schaden am Fötus nachweisen. Allerdings sollte sich jeder bewusst sein, dass ein Fetaldoppler wie der AngelSounds KEIN medizinisches Gerät ist. Daher sollte man das Gerät verantwortungsvoll benutzen. 1-2 Mal die Woche für ein paar Minuten dem Herzchen lauschen ist vollkommend ausreichend und ein schönes Erlebnis. Aber es kann auch passieren, dass man mal nichts hört, da so ein Fetaldoppler für Zuhause nicht mit dem Ultraschallgerät eines Gynäkologen vergleichbar ist. Sollte das Kind mal ungünstig liegen, lässt sich das Herz vielleicht nicht hören. Das heißt nicht, dass es dem Kind nicht gut geht! Angelsounds & Co. sind nicht dazu geeignet Rückschlüsse auf die Gesundheit des ungeborenes Kindes zu schließen. Es ist ein Spielzeug für werdende Eltern, die ab und zu einen schönen Moment erleben möchten. Nicht mehr, nicht weniger.

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