Wie zufrieden ist der berufstätige Vater?

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Bild: Andrew Dawes / Flickr / CC BY-SA 2.0

Kind und Karriere – ist das für Väter umsetzbar? Den beruflichen Anforderungen gerecht zu werden und gleichzeitig für die Familie da zu sein, ist für viele Papas eine riesengroße Herausforderung. Wusstet Ihr zum Beispiel, dass Väter mit ihrer persönlichen Familie & Beruf – wie noch unzufriedener sind (18 Prozent) als Mütter (8 Prozent)? Das hat zumindest die Familienstudie von A.T. Kearney herausgefunden. Anscheinend sieht jeder zweite Mann durch seine Familienverpflichtungen Beeinträchtigungen im Job. Und jeder vierte Vater fürchtet deshalb schlechtere Karrierechancen. Zweifelte 2015 nur jeder zwanzigste Vater an der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, glaubt ein Jahr später bereits jeder fünfte Mann nicht mehr daran. Bei Angeboten wie Elternzeit fürchten viele Väter finanzielle Einbußen (38 %) und Leistungsabwertungen (jeder dritte). Und aus diesem Grund würden immer weniger Väter ihr Unternehmen uneingeschränkt weiterempfehlen (2015: 64% / 2016: 75%). Ist das nicht erschreckend?

Neuer Job für mehr Familienglück?

Unternehmen und Politik haben in den letzten Jahren tatsächlich einige Maßnahmen für mehr Familienfreundlichkeit ergriffen, z.B. spezielle Väter-Programmen oder das ElterngeldPlus-Gesetz. Dennoch: Fast jeder fünfte Vater ist mit seiner persönlichen Vereinbarkeit von Beruf und Familie unzufrieden. Und dadurch ist auch die Wechselbereitschaft der Väter stark gestiegen: dachten im Jahre 2015 nur 8 Prozent über einen Arbeitgeberwechsel nach, waren es 2016 schon über 21 Prozent.

Das führt dann dazu, dass sich ein Vater aus NRW hinsetzt und abends still und leise im Internet nach „Jobs Köln“ sucht. Er sagt natürlich erst einmal niemand etwas davon, dass er über einen Wechsel seiner Arbeitsstelle nachdenkt, um das Familienleben zu verbessern. Und auf der Autobahn von Frankfurt nach München sitzt derweil der nächste Papa, der seinen Kumpel am Telefon per Freisprecheinrichtung bittet, sich mal für ihn in seiner Firma umzuhören, weil der viele Außendienst seine junge Familie so stark belastet. Und in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern sitzt währenddessen der nächste Familienvater, der mit seiner Frau in Ruhe bespricht, ob sie nicht in eine andere Stadt ziehen sollen, die ihnen bessere Jobmöglichkeiten bietet. „Von hier wegziehen?“, fragt seine Frau geschockt und er blickt nachdenklich auf den Boden.

Diese drei Väter waren natürlich nur ein Beispiel, um zu zeigen, wie viele Familienväter inzwischen denken. Natürlich ist ein Jobwechsel eine mögliche Option, die das Familienleben und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie verbessern kann. Als erster Schritt empfiehlt es sich allerdings erst einmal das Gespräch mit dem aktuellen Arbeitgeber zu suchen. Der Chef sollte die Möglichkeit bekommen, von der Unzufriedenheit zu erfahren und die Situation für seinen Mitarbeiter verbessern zu können. Und In vielen Fällen kann auch der Betriebs- oder Personalrat in Sachen Elternzeit und vaterfreundliche Arbeitszeiten unterstützen.

Für Unternehmen lohnt sich das Engagement für mehr Familienfreundlichkeit auf jeden Fall. Denn Mitarbeiter, die ihr Unternehmen als familienfreundlich wahrnehmen, sind deutlich zufriedener, weniger wechselbereit und empfehlen ihren Arbeitgeber zudem auch öfter weiter. Und schließlich sind solche Mitarbeiter auch engagierter: so sagen 88 Prozent derjenigen, die Familienfreundlichkeit in ihrem Unternehmen als selbstverständlich erleben, dass sie bereit sind, sich über das normale Maß hinaus für ihre Firma zu engagieren. Wenn das kein Grund für Firmen ist, familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu schaffen!

Auf die Frage, ob man eine Familie braucht, um glücklich zu sein, oder ob man allein genauso glücklich leben kann, gibt die überwiegende Mehrheit in den alten und neuen Bundes­ländern an, dass man eine Familie zum Glück braucht. Überwiegend wird der Familie demnach eine zentrale Rolle für das persönliche Glück zugeschrieben. Die meisten bisher kinderlosen Männer und Frauen im Alter von 18 bis 30 Jahren äußern den Wunsch Kinder zu bekommen: 93 Prozent in Westdeutschland und 94 Prozent in Ostdeutschland wünschen sich Kinder. – Datenreport 2016, Destatis

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