Was ist besser: Plastik- oder Holzspielzeug?

Wir alle sind umgeben von Plastik! Von der Getränkeflasche über die Kleidung bis hin zur Zahnbürste: es ist erschreckend wieviel Plastik wir in unserem Alltag benutzen. Und nachdem im Meer schon ein gigantischer Plastikteppich herumschwimmt, der größer als viele Länder dieser Erde ist und unzählige Tiere an unseren Plastikabfällen sterben, machen sich immer mehr Menschen darüber Gedanken, wie sie Plastik im Alltag vermeiden können. An der Supermarktkasse hat das Umdenken zum Glück schon begonnen und viele Kundinnen und Kunden nutzen nun Stoffbeutel statt Plastiktüten. Und natürlich denken auch viele Eltern inzwischen darüber nach, wieviel Plastik in den Kinderzimmern zu finden ist und wie gesund es ist, wenn die Jüngsten das Plastikspielzeug in den Händen halten oder sogar daran lutschen. Und so entsteht schnell die Frage:

Ist es aus Gründen des Umweltschutzes und der Gesundheit besser Holzspielzeug zu benutzen?

Beim Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit kann Holzspielzeug natürlich punkten. Das Grundmaterial Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der nicht nur in der Herstellung überzeugt, sondern auch bei der späteren Entsorgung problemlos recycelbar ist. Zumindest theoretisch. Denn wenn Holzspielzeug in Asien bei katastrophalen Arbeitsbedingungen produziert wird, dort ganze Landstriche ohne Rücksicht auf Verluste abgeholzt werden und es dann noch tausende Kilometer nach Deutschland reist, dann kann man das entsprechende Spielzeug nicht mehr ohne schlechtes Gewissen kaufen. Es ist also wichtig genau hinzusehen, woher die Produkte kommen.

Zudem besteht Holzspielzeug nur selten hundertprozentig aus Holz. Die meisten Spielsachen aus Holz sind lackiert oder geklebt. Und die verwendeten Farben und Lacke können Schwermetalle enthalten oder mit giftigen Klebstoffen behandelt worden sein. Ein solches Spielzeug dann in den Händen zu halten – oder noch schlimmer: in den Mund zu nehmen – ist sicherlich alles andere als gesund.

Holzspielzeuge sind also nicht immer die bessere Wahl und auch nicht immer umweltfreundlicher oder gesünder als Plastikspielzeug. Es ist wichtig genau hinzuschauen, woher das Spielzeug kommt und wie es hergestellt wurde.

Wer handwerklich begabt ist, der kann natürlich auch Spielzeug selbermachen. Gerade aus Holz lassen sich tolle Spielzeuge basteln und bauen. Ansonsten lohnt es sich folgende Tipps zu beachten:

Tipps für den Kauf von Holzspielzeug:

  • Auf das FSC-Symbol achten, da dieses für einen nachhaltigen Anbau steht.
  • Gütesiegel wie „Der blaue Engel“ oder „spiel gut“ stehen für getestete, umweltfreundliche und sichere Produkte.
  • Gibt es bereits Testergebnisse von der Stiftung Warentest?
  • Wie fühlt sich das Spielzeug an und wie riecht es? vertrauen Sie auf die eigenen Sinne!
  • Holzspielzeug sollte glatt und gut verarbeitet sein, damit sich keine Splitter lösen.

Auch Spielgeräte für den Garten, wie Schaukeln oder Spielhäuser, müssen nicht aus Plastik sein. Und die Holzvariante ist auch gar nicht so teuer, wie viele Eltern befürchten. Schaut doch mal bei Holzland vorbei, die haben eine große Auswahl an Holzschaukeln und auch Spielhäusern. Wer darauf achtet, woher die Spielgeräte kommen und wie sie verarbeitet wurden, sollte unbedingt über die Anschaffung von Gartenspielgeräten aus Holz nachdenken.

Sollte Plastikspielzeug aus dem Kinderzimmer verbannt werden?

Diese Frage muss natürlich jeder Vater und jede Mutter selbst entscheiden. Doch auch wenn wir unseren Plastikkonsum der Umwelt zuliebe generell herunterschrauben sollten, ist Kunststoffspielzeug besser als sein Ruf. Plastikspielzeug ist zwar bei der Produktion nicht gerade umweltfreundlich und vor allem die Entsorgung ist problematisch, da der Stoff nicht ewig recycelt werden kann. Aber er ist auch günstiger und lässt sich besser reinigen und keimfrei halten als Holzspielzeug.

Allerdings muss auch bei Plastikspielzeug genau hingeschaut werden. Das Plastik sollte nicht aus PVC bestehen, da dieses oft schädigende Weichmacher enthält. Phthalat-Weichmacher wirken zum Teil wie Hormone und können Leber und Nieren schädigen. Tatsächlich gibt es jede Menge verschiedene Kunststoffarten mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Ob ein Plastikspielzeug gesundheitlich unbedenklich ist, hängt vor allem von der verwendeten Kunststoffsorte und den Zusatzstoffen ab.

Tipps für den Kauf von Plastikspielzeug:

  • Plastikspielzeug sollte „Phthalat-frei“ oder „PVC-frei“ sein.
  • Das Plastikspielzeug riecht auffällig? Dann besser nicht kaufen!
  • Bevorzugen Sie Spielzeug aus PE (Polyethylen), PP (Polypropylen) oder ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymer). Diese Kunststoffe kommen ohne zugesetzte Weichmacher aus.

Es ist also gar nicht so einfach zu beantworten, ob Plastik- oder Holzspielzeug die bessere Wahl ist. Achtet man auf die Qualität und die Gütesiegel der Holzspielzeuge, sind sie natürlich umweltfreundlicher als Plastikspielzeug. Und darauf zu achten, dass nicht nur Plastikspielsachen im Kinderzimmer zu finden sind, ist sicherlich der Schritt in die richtige Richtung.

 

„Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein ganzes Leben schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme, geheime Welt zu haben, die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird. Was auch geschieht, was man auch erlebt, man hat diese Welt in seinem Innern, an die man sich halten kann.“ – Astrid Lindgren

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